Begegnungsstätte

Neu! Briefwechsel zwischen Brigitte Reimann und Wolfgang Schreyer

Carpe diem, intensiv leben, das muß ihr Wahlspruch sein. Weltoffen wirkt sie, schnell begeistert, risikofreudig; leb­haft und farbig will sie’s gern haben (…) Don’t fence me in! Man spürt, wie leicht sie dem Reiz des Neuen, der Freude am Wagnis erliegt. Ihr Hunger macht sie verletzlich, verführbar.“ So erinnert sich Wolfgang Schreyer fast 40 Jahre später an Brigitte Reimann. Als sie sich Mitte der 1950er Jahre kennenlernen, ist der sechs Jahre ältere bereits literarisch erfolgreich. Fast über 20 Jahre, bis zum frühen Tod Brigitte Reimanns, führen beide einen intensiven, offenen und höchst persönlichen Briefwechsel. Diese Briefe sind daher nicht nur spannendes Zeitzeugnis, sondern ein ebenso anrührendes wie kurzweiliges Portrait zweier Künstlerpersönlichkeiten, die auch als Menschen beeindrucken.

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Neue Bücher von Brigitte Reimann 

Eine Gruppe von zwanzig Gymnasiasten mit ihren Lehrern aus Bern /Schweiz besuchte in dieser Woche (30.06.2018) die Brigitte Reimann-Begegnungsstätte. In Vorbereitung auf das Abitur im nächsten Jahr müssen sie eine Arbeit zum Thema Literatur und Architektur vorlegen. Der Roman „Franziska Linkerhand“  der Hoyerswerdaer Schriftstellerin hatte ihr Interesse geweckt. Wenige Tage zuvor waren Dresdener Lehrerinnen zu Gast. Beide Gruppen staunten, wie spannend Geschichte und Kultur dieser ihnen bisher unbekannten Stadt begegnet.  In dem Sinne wird der Kunstverein an den 85. Geburtstag der Autorin am 21.Juli erinnern. Zwei neue Bücher werden im Mittelpunkt stehen: Der Aufbau-Verlag Berlin gibt den Briefwechsel Brigitte Reimanns  mit ihren drei Geschwistern unter dem Titel „Post vom schwarzen Schaf“ heraus und Professor Carsten Gansel veröffentlich den Briefwechsel zwischen Brigitte Reimann und dem kürzlich verstorbenen Autor Wolfgang Schreyer unter dem Titel „Ich möchte so gern ein Held sein“. Der Leser kann dem Gedankenaustausch der beiden Autoren von 1955 -1973 und der Zeitgeschichte folgen. Sie hatten sich in der Arbeitsgemeinschaft junger Autoren Magdeburg kennen gelernt und bis zum frühen Tod Brigitte Reimanns nicht mehr aus den Augen verloren. Beide standen sich auch in schwierigen gesellschaftlichen Diskussionen bei und ermutigten sich immer wieder zum Schreiben. „Die Wirkung ist immer da, wo Talent, Wissen und Charakter vereint sind. Also, schreib Dein Buch zu Ende!“ schrieb  Wolfgang Schreyer 1969 seiner Kollegin. Von all dem wird zum Geburtstag in der B. Reimann-Begegnungsstätte zu hören sein.

  Martin Schmidt

 

Informationen zur Begegnungsstätte

Auf der Suche nach dem „Authentischen

Seit Gründung der Brigitte Reimann-Begegnungsstätte vor nahezu 20 Jahren begrüßte  der Hoyerswerdaer Kunstverein immer wieder Gruppen von Schülern aus vielen Städten und Studenten aus dem In- und Ausland. Die Gästebücher zeigen das Echo. Sowohl die Bücher der Autorin bekamen – so schrieben zahlreiche Gäste – einen historisch und sachlich beeindruckenden Hintergrund, andere bestätigen, unsere Stadt und ihre Geschichte neu zu sehen. Beim Lob aller Gäste steht die Freundlichkeit der Bürger von Hoyerswerda im Vordergrund. Die Reisenden fühlen sich in unserer Stadt gut und freundlich aufgenommen. Dies Lob sei mit Freude weitergegeben.

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Flyer der Begegnungsstätte

Unsere derzeitigen Mitarbeiter,

Kathleen Wentland, Annett Pohle

Brigitte Reimann-Straße 8 02977 Hoyerswerda

Originalgröße der Wohnung von Brigitte Reimann 1960-1968 Sammlungs- und Arbeitsstätte für Rezeptionsgeschichte zum Werk von Brigitte Reimann seit den 1950er Jahren zu Architekturgeschichte und Kunst am Bau

Aufteilung der Wohnung

Wohnzimmer: Arbeitszimmer von B. Reimann nachgebildet (Gesprächsraum, Bibliothek, Dokumentation)Schlafzimmer: Arbeitszimmer von Siegfried Pitschmann (Arbeitsraum)

Besitzer (Mithilfe und Realisierung):

Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda

Träger

Hoyerswerdaer Kunstverein
Freundeskreis der Künste und Literatur e.V.

Möblierung

schufen und spendeten:- Christine Neudeck, Architektin Hoyerswerda– Kunstverein Hoyerswerda- PSW Hoyerswerda- EKuB HoyerswerdaUhr, Gläser:I. Weinhofen (aus Bestand der Autorin)
Bilder: G. Otto, Theater Senftenberg, Kunstverein Hoyerswerda

Einarbeitung, Besucher und Studentenbetreuung, Informationen, Unterlagen –Nachweis

Evelin Kunis;  Evelyn Prüger (alternierend)

Projekte

„Zeitstrahl“ Volker Frühauf und Berto Mahn
„Kunst am Bau“ Stefan Gliedsch
„Wegzeichen der Gegenwart“ Harry Schulze
„Parabelring – Toleranz Lausitz“ Berto Mahn, Annett Becker

Bibliothek

ca.1600 Bücher entsprechend Bestand B. Reimann und ZeitGespendet von- Irmgard Weinhofen, Freundin der Autorin in Amsterdam/Berlin- Manfred Delling, Rottenburg am Neckar, Verehrer B.R.s- Kunstverein Hoyerswerda- Lessing-Gymnasium – nicht mehr gebrauchte Bestände- Bücherstube Freital- Aufbau-Verlag Berlin

Besucher

bisher mindestens 1500 (Studenten, Literaturwissenschaftler und Literaturfreunde) in Verbindung mit den Brigitte Reimann Spaziergängen (bisher 100 seit 2002) seit der Eröffnung am 15.03.2006aus: Deutschland, Europäischen Ländern, Asien, Übersee

Aktuelle Einträge aus dem Gästebuch der Begegnungsstätte und Zeitungsartikel:

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Gästebuch Eintrag

Gästebuch Eintrag

      Publikationen zu Brigitte Reimann

  • Martin Schmidt: „Unsere Stadt und Brigitte Reimann“ (3 S.) Kopierkosten, In: „Die Weltbühne“ 2/1985
  • Helene und Martin Schmidt: „Brigitte Reimann und Hoyerswerda“ ( 5 S.;1 Abb.) Kopierkosten, In: Hoyerswerda – Geschichte und Geschichten aus Städten und Dörfern; Hoyerswerda 1992
  • Hoyerswerdaer Kunstverein e.V. (Hrg.): „Hoyerswerda – Literarische Spiegelungen“ (104 S.; 24 Zeichn. von Gudrun Otto) Mit Beiträgen von Volker Braun, Richard Christ; Roza Domaszyna, Franz Fühmann, Ralph Giordano; Günter Grass, Heinz Knobloch, Jurij Koch, Irina Liebmann, Erich Loest, Kito Lorenc, Brigitte Reimann, Konrad Zuse u. a., Hoyerswerda 1998; – 6 Euro
  • Helene und Martin Schmidt: „Brigitte Reimann und die DDR“; (27 S.; 2 Abb.) – Kopierkosten In: Sammeln – Erforschen – Bewahren; Festschrift für Ernst-Heinz Lemper; Hoyerswerda/Görlitz 1999
  • Martin Schmidt/Hoyerswerdaer Kunstverein e.V.: „Brigitte-Reimann-Spaziergang durch Hoyerswerda“ (49 S.: 75 Abb.), Texte von B. Reimann und Photos von ca.1960 ff., Hoyerswerda 2003 – 3,50 Euro
  • Christine Neudeck: „Brigitte Reimann 1933 – 1973 (DVD), (2003)
  • Hoyerswerdaer Kunstverein e.V.(Hrg.): „Brigitte Reimann (1933-1973) in Schwarze Pumpe und Hoyerswerda“, Wander- Ausstellung (36 Blätter;10 Schriftbänder) Hoyerswerda 2003 – Leihgebühr
  • PowerPoint Präsentaion auf CD „Brigitte Reimann – Poetische Miniaturen eine Hommage des Kunstvereins Hoyerswerda 2003; 5,- Euro
  • (vergriffen) Helene und Martin Schmidt: „Brigitte Reimann – Begegnungen und Erinnerungen“ (150 S. 1 Abb.), FernUniversität Hagen, 2.Aufl. 2005 – 10 Euro
  • Martin Schmidt: „Die Brigitte Reimann-Begegnungsstätte in Hoyerswerda“ ( 7 S.,5 Abb.), In: “Oberlausitzer Heimat“ Bd. 17-2006, Lusatia-Verlag, Bautzen 2006; Kopierkosten
  • Martin Schmidt: „Brigitte Reimann und die Lausitz“ ( 6.S.) – Kopierkosten, In: Oberlausitzer Hausbuch; Bautzen 2006
  • Helene und Martin Schmidt(Hrg.) /Hoyerswerdaer Kunstverein e.V.: „Was ich auf dem Herzen habe“ – Begegnungen mit Brigitte Reimann, Zeitzeugen berichten (632 S.; 96 Abb.) Hoyerswerda, 2008; – 28,90 Euro
  • Hoyerswerdaer Kunstverein e.V.: „Aspekte städtebaulicher Entwiklungen – Grüße an Franziska Linkerhand“, I. Brigitte-Reimann-Wettbewerb für junge Leute (2008/2009)
  • Hoyerswerdaer Kunstverein e.V.: „Meine kleine Stadt steckt voller Geschichten“, II. Brigitte-Reimann-Wettbewerb für junge Leute (2010/2011)
  • Kai Agthe (Hrsg.): „Schreiben und Erzählen Siegfried Pitschmann“ / Literarische Gesellschaft Thüringen e. V. Weimar 2012 Wartburg Verlag (200 S.); 15,- Euro
  • Martin schmidt: „Sehnsucht nach Anfang – Siegfrid Pitschmann in Schwarze Pumpe und Hoyerswerda“, in: Schreiben und Lesen. Siegfried Pitschmann; Literarische Gesellschaft Thüringen (2012) S. 58-87
  • Hoyerswerdaer Kunstverein e.V.: „Von Tag zu Tag wird meine Sehnsucht stärker nach einem Menschen, der mich versteht…“, III. Brigitte-Reimann-Wettbewerb für junge Leute (2013/2014),(Stick)

Brigitte Reimann-Begegnungsstätte Hoyerswerda

Vor zehn Jahren öffnete die Brigitte Reimann-Begegnungsstätte in der Neustadt von Hoyerswerda ihre Türen. Initiiert und seither getragen vom Hoyerswerdaer Kunstverein e. V., unterstützt durch Spenden von Freunden der Schriftstellerin und von Verehrern ihrer Werke wurde eine Wohnung eingerichtet, die jener entspricht, die Brigitte Reimann im Nachbarhaus von Januar 1960 bis Ende November 1968 bewohnte. Sie vermittelt einen authentischen Eindruck des Arbeitsraumes und der Lebensatmosphäre , in der der größte Teil der Bücher entstand, die heute von jenen Aufbruchsjahren in der Neustadt, der ersten für „industriellen Wohnungsbau“ geplanten und errichteten Stadt zeugen. Dieses Wohnviertel, genannt WK I = Wohnkomplex 1, steht seit mehreren Jahren unter Denkmalschutz. Der Wohnraum ist entsprechend dem der Autorin möbliert, im Stil der sechziger Jahre. Nachgebildet wurde die umfangreiche Bibliothek. Der Arbeitsraum enthält ein Archiv, das die Rezeption der Werke Brigitte Reimanns, das mediale Echo seit deren Erscheinen und die öffentliche Wirksamkeit der Arbeiten, sowie das künstlerische und wissenschaftliche Echo nachvollziehen lässt , z.B. zur Uraufführung der Oper „Linkerhand“ von Moritz Eggert, der Dramatisierungen des Romans „Franziska Linkerhand“ du von Forschungsarbeiten verschiedener Hochschulen und Universitäten. Ergebnisse des Brigitte Reimann-Wettbewerbs für junge Leute sowie zur Entstehung des Brigitte Reimann-Zeischens im Park der Neustadt können eingesehen werden. Interessenten an der Geschichte der Neustadt, an den Schicksalen von deren Erbauern, sowie zu den „Brigitte Reimann Spaziergängen durch Hoyerswerda“ finden Anregungen und Unterlagen zu weiteren Forschungen. Martin Schmidt
(Die Begegnungsstätte ist wochentags von 8.00 – 13.00 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet; Anmeldungen sich tel. über 607 9305; 412026, bzw. per Mail b.reimann-bg@t-online.de; info@kunstverein-hoyerswerda.de möglich)

Martin Schmidt


Literarische und Architektur-historische Entdeckungen
Der Kunstverein lädt seit mehr als 10 Jahren zu Spaziergängen durch Hoyerswerda auf den Spuren der Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933-1973) ein. Treffpunkt ist vor dem Haus Lieselotte-Herrmann-Str. 20 (WK I). In diesem Haus wohnte Brigitte Reimann mit ihrem Ehemann, dem Schriftsteller Siegfried Pitschmann seit 1960 und erlebten den Aufbau der Neustadt und des Kombinates Schwarze Pumpe. Diese Zeit hielten sie in ihren Büchern authentisch fest. Bei den Wanderungen lesen Angela Potowski, Helene Schmidt Szenen aus Büchern, Tagebüchern und Briefen der Autorin. Zeitzeugen erzählen von Begegnungen mit Brigitte Reimann, von deren Ringen um eine schöne, menschenfreundliche Stadt. Von den Städteplanern und Architekten, die hier tätig waren, ist zu hören, von deren Schicksalen, von ihren Plänen für die Stadt und für ihr kulturelles Leben. „Franziska Linkerhand“ erhält ein Gesicht, die Gedanken der Architektin sind immer wieder aktuell. Ihre Schöpferin wird gleichsam zu einer Gesprächspartnerin für uns und kommende Generationen. Die B. Reimann-Begegnungsstätte, die besucht wird, vermittelt zudem einen Eindruck von der Lebensatmosphäre der Autorin. Die Neustadt von Hoyerswerda erweist sich als „die Stadt der Franziska Linkerhand“.

Martin Schmidt

 

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